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Masterplan Energieforschung in Sachsen

Masterplan am 3. Juli 2018 vorgestellt

Besichtigung im Fraunhofer IWS
Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange (Mitte) gemeinsam mit Wirtschaftsminister Martin Dulig (links) und Prof. Dr. Stefan Kaskel, Leiter des Geschäftsfeldes Chem. Oberflächen- und Reaktionstechnik am IWS am 3. Juli 2018 bei der Vorstellung des Masterplans im Fraunhofer Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden. Das Fraunhofer Institut entwickelt z.B. ultraleichte Akkumulatoren und Energiespeicher für mobile und stationäre Anwendungen. Im Mittelpunkt stehen skalierbare sowie Umwelt und Ressourcen schonende Produktionsprozesse bis hin zum Prototypen.  © SMWK

Mit dem Masterplan „Energieforschung in Sachsen“ analysiert die Staatsregierung Stärken und Schwächen dieses Forschungsthemas und bietet eine ganzheitliche Strategie, die von der Grundlagenforschung bis zur Industriereife der gewonnenen Erkenntnisse reicht.

Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange erklärt: „Energieforschung ist eine Stärke der sächsischen Hochschulen und Institute. Grundlagenforschung und angewandte Forschung greifen ineinander und strategische Partnerschaften zwischen Wissenschaft und Wirtschaft funktionieren. Trotzdem wollen wir die Vernetzung der Akteure, das Einwerben von Fördermitteln und den Transfer der entwickelten Technologien in die Wirtschaft noch stärker unterstützen. Dies geschieht in enger Abstimmung mit dem SMWA.“

Wirtschaftsminister Martin Dulig: „Mit diesem Masterplan soll ein Prozess initiiert bzw. intensiviert werden, der den Forschungsakteuren hilft, ihre jeweiligen Einzelstrategien so zu erstellen, dass möglichst viele wissenschafts- und wirtschaftsübergreifende Synergien entstehen. Diesen Prozess wollen wir zukünftig mit einer Kompetenzstelle Energieforschung in Sachsen unterstützen. Dies wird insgesamt dazu beitragen, den Energieforschungsstandort Sachsen national und international stärker sichtbar zu machen.“

„Der Masterplan verdeutlicht das große Wertschöpfungspotential, welches durch die Spitzenstellung der Energieforschung in Sachsen entstanden ist. Besonders in den Bereichen Speichertechnologien, Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien sowie Smart-Energy-Lösungen setzen die Forschungsakteure international Akzente. Mit dem Festhalten an der technologieoffenen Forschungsförderung auf heutigem Niveau setzt die Staatsregierung wichtige Signale“, unterstreicht Mandy Schipke, Vorstandsvorsitzende von Energy Saxony.

Für den Masterplan wurden die in Sachsen mit dem Thema befassten Hochschulen, Institute und Unternehmen erfasst und bei der Erarbeitung der Handlungsempfehlungen mit einbezogen.

Die Energieforschung in Sachsen ist z. B. in den Bereichen Materialforschung, Kälte- und Wärmekopplung, Speichertechnologien, Brennstoffzellenforschung, Energieeffizienz in der Produktion sehr gut und breit aufgestellt. Als Stärken der sächsischen Energieforschung gelten die wissenschaftliche Exzellenz und Vielfalt der sächsischen Hochschul- und außeruniversitären Forschungslandschaft in Kooperation mit forschenden Unternehmen, die hohe Dichte an Forschungseinrichtungen, die technologieoffenen Rahmenbedingungen in Sachsen, gute Vernetzungsstrukturen und hohe Sichtbarkeit. Als Schwächen wurde herausgearbeitet, dass Unternehmen in der Region oft noch nicht in der Lage sind, die Forschungsergebnisse der Wissenschaft aufzugreifen und umzusetzen, dass einzelne Forschungszweige ungenügend verknüpft und zu wenige Start-ups aus der Wissenschaft heraus entstehen sowie noch eine unzureichende Zahl an Leuchtturm- und Demonstrationsprojekten als Referenzen für die wirtschaftliche Verwertung von wissenschaftlichen Erkenntnissen bereitstehen.

Als strategische Aufgaben empfiehlt der Masterplan, an der für Sachsen erfolgreichen Technologie- und Themenoffenheit festzuhalten, die Förderprogramme von Bund und EU sinnvoll mit Landesmitteln zu ergänzen, die Einwerbung von Modellprojekten im Rahmen der Strukturwandelprozesse in der Lausitz und im Mitteldeutschen Revier zu unterstützen sowie den Transfer und die Verwertung der Forschungsergebnisse in die und durch die Wirtschaft zu stärken.

Der vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK) verantwortete Masterplan wurde vom Auftragnehmer VDI/VDE-IT erstellt. Nachdem sich am 24.3.2017 mehr als 120 Vertreter aus Forschung, Politik, Gesellschaft und Verwaltung zur sächsischen Energieforschungslandschaft austauschten, begann eine Phase der umfangreichen und intensiven Datensammlung. So konnten die sächsischen Energieforscher im Rahmen einer Umfrage ihre Anmerkungen und Meinungen zu Stärken, Schwächen, Bedarfen und Zukunftstrends ihrer Branche mitteilen und mit konkreten Handlungsempfehlungen an Politik und Verwaltung untersetzen. Zusätzlich fanden Expertengespräche zu diesen Themen statt. Danach wurden alle 101 eingegangenen Fragebögen gesichtet und analysiert.

 

 

Umfrage zum Masterplan

Mit dem »Energiedialog – Energieforschung in Sachsen« ist am 24. März 2017 der Startschuss für die Erstellung eines sächsischen Masterplans Energieforschung gefallen. Rund 120 Vertreter aus Politik, Verwaltung, Forschung und in der Energieforschung aktive
Mit dem »Energiedialog – Energieforschung in Sachsen« ist am 24. März 2017 der Startschuss für die Erstellung eines sächsischen Masterplans Energieforschung gefallen. Rund 120 Vertreter aus Politik, Verwaltung, Forschung und in der Energieforschung aktiven Unternehmen haben die Gelegenheit zu einem unmittelbaren Austausch über Leitfragen und Schwerpunkte ihrer jeweiligen Energieforschungsbereiche sowie politische und förderrechtliche Rahmenbedingungen genutzt.  © SMWK

Die Sächsische Staatsregierung plant die Erstellung eines Strategiepapiers zur Zukunft der Energieforschung in Sachsen. Als ersten Schritt beauftragte das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr eine Studie über die Akteurslandschaft und die Forschungsschwerpunkte der sächsischen Energieforschungslandschaft zu erstellen. Sie wurde bereits veröffentlicht und ist unter www.energie.sachsen.de abrufbar.
 
Das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst möchte die bisher erzielten Ergebnisse nutzen, um gemeinsam mit den Energieforscherinnen und Energieforschern der sächsischen Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Unternehmen einen »Masterplan Energieforschung in Sachsen«  zu erstellen. Es soll vor allem darum gehen, entsprechende Handlungsempfehlungen zur Förderung der bekannten Stärken und zum Abbau bisheriger Hemmnisse herzuleiten. Das Ziel besteht schließlich darin, den Freistaat Sachsen für die kommenden Jahre als Energie- und Energieforschungsstandort umfassend weiterzuentwickeln.Dieser Strategieprozesses ist  integrativ aufgebaut. Die im Jahr 2015 erhobenen Daten zur Energieforschung Sachsens und die Ergebnisse der Veranstaltung »Energiedialog der Sächsischen Staatsregierung« vom 24. März 2017 wurden durch weitere Anregungen der Akteure der sächsischen Energieforschung mittels eines Kurz-Fragebogens ergänzt.

 

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