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Impakt – Synergieeffekte

Die im Weißbuch Forschung dargestellte Systematik weist die Richtlinie RL TG 70 aufgrund ihrer Fokussierung auf den Grundlagenbereich als Basiselement im sächsischen Förderportfolio aus. Die Hebelwirkung, welche das Förderinstrument bezogen auf die Generierung von Drittmitteln (EU, Bund etc.) erreicht, konnte im Rahmen der letzten Evaluierung eindrücklich nachgewiesen werden. Aber auch Synergieeffekte und langfristiger Impakt sind Indikatoren für den Erfolg des Programms. Anhand der folgenden, ausgewählten Projektbeispiele kann nachvollzogen werden, welche umfassende Wirkung die Förderung über den jeweiligen Zuwendungszeitraum hinaus entfaltet hat.

 

SmArt Regional Development INfrastructurE (SARDINE)

Screenshot der Projektseite, auf der man eine Liste mit Begriffen auf der linken Seite, eine gelb-gelbe Fläche auf der rechten Seite und eine farbige Skala unten erkennt.
© SARDINE Plattform Screenshot
  • Zuwendungsempfänger: Universität Leipzig, Fakultät für Mathematik und Informatik, in Kooperation mit dem Institut für Angewandte Informatik (InfAI) e.V., Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig
  • Laufzeit: 04/2020 - 05/2023
  • Fördersumme: 1.500.000 € 

Übergreifende Zielstellung

Ehemalige Braunkohlegebiete wie das Land Sachsen stehen vor der enormen Herausforderung, großen Flächen einer Nachnutzung zuzuführen und damit einen nachhaltigen Strukturwandel zu ermöglichen. Das Vorhaben zielte auf die Entwicklung einer neuen Datenplattform für Renaturierungsprojekte, in der durch semantische Verknüpfung von unstrukturierten und strukturierten Daten (z.B. Geodaten, Sensordaten, Textdokumente wie Rechtsverordnungen) sowie neuen Darstellungsformen, die Planung und Verwaltung für die Nachnutzung von ehemaligen Braunkohletagebauten substantiell verbessert wird. Dies wurde am Beispiel der Nachnutzungsplanung der früheren Braunkohleflächen (Tagebauareale und Veredelungsbetriebe) in der Lausitz und Mitteldeutschland mit Hilfe des Anwendungspartners LMBV demonstriert.

Wirkung nach Ende des Zuwendungszeitraums

Die Arbeiten wurden mit dem 3. Platz des Sächsischen Digitalpreises in der Kategorie »Gesellschaft« ausgezeichnet. Die Arbeiten bilden die Grundlage für weitere Projekte, u. a. mit der Cyberagentur des Bundes. Es gibt Interesse an den Ergebnissen seitens MIBRAG, LEAG, Wismut AG, Sächsisches Oberbergamt, des LfULG, der Stadt Leipzig und weiterer Behörden. Das Projekt wird weiterhin regelmäßig auf Tagungen als gelungenes Beispiel für die Integration von Texten, Sensordaten und GIS mittels KI vorgestellt und dient als Basis für die weitere anwendungsorientierte Grundlagenforschung in diesem Feld.

Kontakt:
Prof. Dr. Gerik Scheuermann, E-Mail: scheuermann@informatik.uni-leipzig.de

 

Inklusion im Sozialraum – Partizipative kinderrechtsbasierte Schulentwicklung durch Schüler*innenaktive Forschung (InSide)

Rotes, unregelmäßiges Rund mit der Zeichnung eines Hochhauses und der Schrift "InSide"
© Universität Leipzig
  • Zuwendungsempfänger: Universität Leipzig, Erziehungswissenschaftliche Fakultät
  • Laufzeit: 04/2020 - 12/2023
  • Fördersumme: 427.000 € 

Übergreifende Zielstellung

  1. Säule: Rekonstruktion lokaler Netzwerke erwartungswidrig guter Schulen aus differenten Perspektiven und Sammlung von Methoden + Ansätzen für die Entwicklung inklusionssensibler und sozialraumorientierter Schulen (national & international)
  2. Säule: Erfassung der Ressourcen, Potenziale + Herausforderungen der Bildungs- und Freizeitsituation von Kindern und Jugendlichen im geographischen Raum Grünau-Mitte durch eine Sozialraumanalyse sowie eine Netzwerkanalyse bestehender schulischer und außerschulischer Angebote
  3. Säule: Erarbeitung eines neu entwickelten Konzepts für partizipative Schulevaluation und Schulentwicklung – vor dem Hintergrund einer kinderrechtsbasierten Forschung gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern

Wirkung nach Ende des Zuwendungszeitraums

Projektergebnisse:

  • Wissenschaftliche Publikationen: 2 Herausgeberschaften; 10 Beiträge in Sammelbänden; 3 Zeitschriftenbeiträge
  • 1 Praxisbuch: »Über den Schulhof hinaus«
  • 1 Praxismaterial: »Partizipation für alle!? Praxishandreichung um Mitbestimmung in herausfordernder Lage neu zu denken«
  • 1 Podcast (gesendet bei Radio Blau)
  • 1 Erklärfilm (wird an Schulen genutzt)
  • Kinderstadtplan für Leipzig-Grünau Mitte (in Kooperation mit dem Kinder- und Jugendbüro Leipzig)

Nachhaltigkeitsstrukturen:

  • bestehende Einbindung im Bildungsnetzwerk Grünau (bei Mitgliedstreffen und Veranstaltungen - z.B. Bildungsmesse)
  • Fortbildungen in Kooperationsverbünden Sachsen
  • Fortbildungen zum Praxisbuch insbesondere mit Fokus auf Sozialraumorientierung (auf Anfrage)
  • Einbindung im Netzwerk zu beruflicher Bildung in Sachsen
  • Nutzung des Kinderstadtplans durch das Kinder-/Jugendbüro
  • kontinuierliche Einbindung empirischer Erkenntnisse in der Lehrkräftebildung (Themen: Sozialraumorientierung, Bildungsgerechtigkeit, Partizipation in herausfordernder Lage etc.)

Kontakt:
Prof. Dr. Saskia Schuppener, E-Mail: schupp@rz.uni-leipzig.de
Dr. Nico Leonhardt, E-Mail: nico.leonhardt@uni-leipzig.de

 

ReBoneS - Entwicklung von realistischen Knochenmodellen mit Sensorintegration

Zeichnung eines großen Knochens vor dezent farbigem Hintergrund
© SMWK
  • Zuwendungsempfänger: TU Chemnitz
  • Laufzeit: 04/2018 - 12/2020
  • Fördersumme: 368.000 € 

Übergreifende Zielstellung

Das Ziel des Vorhabens war die Entwicklung eines künstlichen biomechanisch korrekten Knochenmodells. In diesem sollten zusätzlich Sensoren zur Detektion von Kräften oder Schwingungen integriert werden. Weiterhin werden die mechanischen Eigenschaften humaner Knochen bestimmt, um basierend darauf ein künstliches Knochenmodell erstellen und dieses mithilfe additiver Fertigungsverfahren herstellen zu können. Diese sollen in der Zukunft für chirurgische Trainingsmodelle genutzt werden, um ein größeres Maß an Realitätsnahe zu gewinnen und somit die medizinische Ausbildung zu verbessern.

Wirkung nach Ende des Zuwendungszeitraums

Intensivierung der Kooperation mit dem Uniklinikum Leipzig: Die Zusammenarbeit mit dem Uniklinikum Leipzig wurde entscheidend verstärkt. Dies bewirkt eine Verbesserung der wissenschaftlichen Qualität diverser interdisziplinärer Forschungsarbeiten der Zuwendungs-empfänger. Ärztinnen und Ärzte wurden und werden aktiv in partizipative Methoden, wie Befragungen und Interviews aber auch zur Validierung von Entwicklungsergebnissen in realistischen Umgebungen eingebunden. Daneben fanden und finden Weiterbildungen für Ingenieur*innen zu medizinischen Herausforderungen statt, beispielsweise durch Hospitationen im Krankenhausalltag.
Transfer der Ergebnisse in die Aus- und Weiterbildung: Die Ergebnisse des Projekts wurden erfolgreich in die Aus- und Weiterbildung von Medizinerinnen und Mitarbeitern durch Vorträge auf medizinischen Fachkongressen und Journalbeiträgen integriert. Zudem werden am Uniklinikum Leipzig auf Basis der Projektergebnisse selbst gefertigte realistische Knochenmodelle in die Lehre von medizinischem Fachpersonal eingebunden.
Einwerbung von Drittmitteln: Das Projekt konnte signifikante Drittmittel einwerben, darunter die Projekte »ReMakeBone« und »R³-Instrumente« (BMBF). Aktuell sind weitere Projekte und ein Netzwerk in Planung.
Reduzierung des Einsatzes von Humanpräparaten: Die Erkenntnisse zur Fertigung realistischer Knochenmodelle ermöglichen die Beschränkung des Einsatzes von Humanpräparaten und biologischen Proben auf das notwendige Minimum im Forschungs- und Entwicklungsprozess.
Einbindung von Methodenkenntnissen: Die im Projekt erlangten Methodenkenntnisse, insbesondere zur optischen Prüfung biologischer / auxetischer Materialien, können auf weitere Forschungsprojekte angewendet werden, was zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Forschungsqualität führt.

Kontakt:
Alina Carabello, 0371 531 38240

 

MAPPiNG - Automatisierte Analyse des ParPillarleistenverlaufs zur Bestimmung von phänotypischen Ausprägungen

Verschiedene Versionen ines Fingerabdrucks mit den Titeln: 1. Original, 2. Sementation, 3. Histogram Equalization, 4. Gradient, 5. Orientation Map, 6. Gaussian Filter, 7. Enhanced Image, 8. Thinning, 9. Core Point Detection, 10. Ridge Density Determinati
© DOI: 10.18420/informatik2021-072)
  • Zuwendungsempfänger: Hochschule Mittweida
  • Laufzeit: 04/2019 - 12/2021
  • Fördersumme: 90.195 € 

Übergreifende Zielstellung

Das Projekt war ein Teilprojekt im Rahmen der Fördermaßnahme »Forschungsprojektförderung« und hatte Vorlaufforschung im Bereich Forensik zum Ziel. Die im Projekt erzielten methodischen und datenanalytischen Ergebnisse wirken über den Zuwendungszeitraum hinaus nachhaltig in Lehre und Forschung fort. Das Verwertungskonzept stützt sich dabei auf zwei zentrale Säulen:

Wirkung nach Ende des Zuwendungszeitraums

Lehre

Die im Projekt entwickelten Ansätze und die zugehörige Studie (DOI: 10.18420/informatik2021-072) werden als praxisnahes Beispiel für biometrische Datenanalyse in die Lehre integriert. Anhand der automatisierten Analyse von Papillarleistenverläufen wird Studierenden exemplarisch vermittelt, wie analoge Spuren digitalisiert, strukturiert erfasst und algorithmisch ausgewertet werden können. Ziel der Lehreinheit ist es, den Digitalisierungsgrad analoger Spuren nachvollziehbar zu machen und methodische Transformationsprozesse von der analogen Spur zur auswertbaren digitalen Datenstruktur verständlich darzustellen.

Die im Rahmen der Studie erhobenen Datensätze dienen dabei als Referenz- und Vergleichsbasis. Studierende können ihre selbst erhobenen Daten mit den Forschungsdaten vergleichen und methodisch evaluieren. Dadurch wird sowohl das Verständnis für Datenqualität und Modellbildung als auch für Auswerteverfahren im biometrischen Kontext gestärkt.

Forschung
Die Projektergebnisse wurden erfolgreich in weiterführende Forschungsaktivitäten überführt. Auf dieser Grundlage konnte ein Forschungsantrag bei der Cyberagentur eingereicht und die erste Projektphase erreicht werden. Für die Fortführung der weiteren Forschungsphasen ist die systematische Überführung analoger Spuren in ein eigenständiges, strukturiertes Datenmodell erforderlich. Die im Projekt erhobenen Daten wurden gezielt genutzt, um Fingerabdruckspuren modellseitig zu integrieren und die Datenstruktur für weiterführende automatisierte Analysen vorzubereiten.
Parallel dazu werden die im Projekt entwickelten Konzepte im Bereich intelligenter Systeme in der Forensik weiterverfolgt. Aktuelle Forschungsarbeiten befassen sich mit KI-gestützten Verfahren zur Beschleunigung der Auswertung von Fingerabdruckspuren sowie zur verbesserten, reproduzierbaren Klassifizierung. Die methodischen Grundlagen und Konzepte aus der ursprünglichen Publikation fließen kontinuierlich in neue Forschungsarbeiten und Veröffentlichungen ein.
Dies zeigt sich unter anderem in weiteren Fachveröffentlichungen zur KI-gestützten und methodisch erweiterten forensischen Datenanalyse. Hierzu zählt insbesondere die Publikation:

Case Report (PI 2024): Einsatz forensischer Lichtsysteme in Kombination mit photogrammetrischen Methoden für die forensische Fallarbeit (Marleen Mohaupt, Sven Becker, Tommy Bergmann, Dirk Labudde)
sowie im Beitrag «Colors in Forensics: The Analysis and Visualization of Forensic Data and Evidence” (IntechOpen, 2024). Damit konnten die im Projekt MAPPiNG entwickelten Ansätze nachhaltig verbreitert, methodisch weiterentwickelt und in neue Anwendungs- und Publikationskontexte überführt werden.

Kontakt:
Prof. Dr. rer. nat. Dirk Labudde
Fakultät CB (Forensik/Bioinformatik)

 

Generative Herstellung von recyclingfähigen Grundstrukturen für die Theaterplastik aus naturbasierten Ausgangsstoffen (GreTA)

Dreie junge Menschen posieren mit etwas, das wie zwei aufgehängte Tierhälften in einem Schlachthaus aussieht
© HfbK
  • Zuwendungsempfänger: Technische Universität Dresden im Verbund mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK)
  • Laufzeit: 09/2021 - 12/2024
  • Fördersumme: 300.000 € + 292.000 €

Übergreifende Zielstellung

Erschließung biologisch abbaubarer und recycelbarer Werkstoffe – ohne Abfall -, anstatt konventioneller synthetischer Kunststoffe (z.B. Styropor), mit entsprechender Technologieentwicklung für die additive Herstellung großformatiger Elemente für Theaterplastik, Bildende Kunst und Design.

Wirkung nach Ende des Zuwendungszeitraums

Als Resultat steht ein im Projekt entwickeltes neues Druckmaterial (Kork/Gelatine) für das LDM-3D Druckverfahren auf einem speziell dafür angefertigten Großformatdrucker. Erste Praxisanwendungen von Skulpturen, Plastiken und anderen Gegenständen wurden erfolgreich präsentiert, u. a. auf der Felsenbühne Rathen (»Der Freischütz«-Landesbühnen Sachsen), Werkschau Kreatives Sachsen Chemnitz, Theater der Jungen Welt Leipzig, Kulturpalast Dresden-Materialschau, Grassi-Museum Leipzig- Ausstellung »Zukünfte«; 2025 Nominierung zum Sächs. Staatspreis für Design.
Die Erkenntnisse sind außerdem in verschiedene Bereiche der Lehre und Ausbildung an der HfBK Dresden, TU Dresden und HTW Dresden, wie Qualifizierungsarbeiten (u.a. Diplomarbeiten, Studien- und Belegarbeiten) sowie in gemeinsamen Projekten eingeflossen; z.B. Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Studierende arbeiten mit dem additiven Herstellungsverfahren und entwickeln diese sowohl im Bereich Werkstoff- und Prozessentwicklung als auch künstlerisch auf dem Gebiet der Theaterplastik weiter. Durch diesen Austausch zur Technologie und dem Prozess entstehen weitere Verfahren, woraus weiterführende Projekte entstehen können.

Kontakt:
HfBK, ILK – TUD, 3d-labor@hfbk-dresden.de, dietrich@hfbk-dresden.de, eißner@hfbk-dresden.de, johanna.maier@tu-dresden.de

 

Projektmanagement, Forschungsförderung und Transfer: Neue Anwendungen für Nanofiltration und Umkehrosmose (NU-Flow); EffTemp - Effiziente Werkzeugtemperierung

Logo mit einigen farbigen Linien in einem Kreis auf der linken Seite, daneben der Schriftzug LaNDER3, Lausiter Naturfaserverbundstoffe, Dezentrale Energie, Rohstoffe, Ressourcen, Recycling
© HSZG
  • Zuwendungsempfänger: Hochschule Zittau/Görlitz (HSZG), Prorektorat Forschung, Fakultät Natur- und Umweltwissenschaften, Fakultät Maschinenwesen
  • Laufzeit: 2015 - 2018
  • Fördersumme: 170.000 €

Übergreifende Zielstellung

Vorbereitung und Antragstellung eines interdisziplinären Forschungs- und Entwicklungsvorhabens im Bereich nachhaltiger Materialien. Die TG70-Projekte boten u.a. Neuberufenen einen schnellen Start von Forschungsvorhaben und notwendige Vorarbeiten für Folgeprojekte.

Wirkung nach Ende des Zuwendungszeitraums

  • Basierend auch auf ermöglichten Vorarbeiten und Unterstützung durch das Prorektorat Forschung: Einwerbung eines großen Verbundprojektes mit in Summe knapp zehnjähriger Laufzeit (2017-26): Partnerschaft LaNDER³. (Gesamtfinanzvolumen ca. 10 Mio. €, dabei knapp 20 % durch beteiligte Unternehmen eingebracht)
  • Entwicklung eines starken Netzwerkes mit über 30 Unternehmen und Forschungseinrichtungen, das gemeinsam an praxisnahen Lösungen im Bereich Naturfaser, Kreislaufwirtschaft, Materialinnovation und biobasierte Produkte (Bioökonomie) arbeitet. Erfolgreiche Beispiele sind Einwegschalen aus Naturfasern und naturfaserbasierte Kunststoffmatten zur Anwendung in Zug- und KFZ-Verkleidungen.
  • Aufbau einer Forschungshalle an der HSZG, die auch nach Ende des Vorhabens mit vor allem durch den Bund geförderten Forschungs- und Entwicklungsprojekten (teils wiederum Großprojekte, z.B. EnviroPlast) genutzt wird.
  • Ausgründung zweier Spin-Offs:
  • Ausgründung zweier Start-Ups:

Kontakt:
Prof. Dr. Jens Weber
J.Weber@hszg.de

 

Soziales, technisches und ökonomisches Potential von Ambient Assisted Living-Technologien zur Bewältigung des demografischen Wandels (AAL) und Vertrauen in Assistenz-Technologien zur Inklusion älterer Menschen (VATI-2 bis -6)

In grün, blau und schwarz gehaltenes Logo mit einer stilisierten Figur und dem Schriftzug GAT, Institut für Gesundheit, Altern, Arbeit und Technik
© HSZG
  • Zuwendungsempfänger: Hochschule Zittau/Görlitz (HSZG), Fakultäten Elektrotechnik und Informatik, Sozialwissenschaften, Management- und Kulturwissenschaften sowie In-Institut »GAT – Gesundheit, Altern, Arbeit, Technik«
  • Laufzeit: 2013 - 2026 (Teilprojekte)
  • Fördersumme: 350.000 €

 

Übergreifende Zielstellung 

Erforschung sozio-technischer Innovationen zur Bewältigung des demografischen Wandels unter Nutzung der ubiquitären Digitalisierung; technische Unterstützung der selbständigen Lebensführung älterer und pflegebedürftiger Menschen sowie ihrer Angehörigen im Kontext demografischer Alterung, zunehmender geografischer Entfernung zwischen Familienmitgliedern und massiven Fachkräftemangels in der Pflege.

Wirkung nach Ende des Zuwendungszeitraums

  • Gründung des In-Institutes GAT zur besseren Ermöglichung und Koordination der interdisziplinären Forschung sowie des Reallabors AAL-Labors, in dem ältere Bürger die Nutzung technischer Hilfen ausprobieren können und ihre Erfahrungen damit ausgewertet werden. Das AAL-Labor wird in Kooperation mit der Wohnungswirtschaft (KommWohnen GmbH) betrieben und ist inzwischen verstetigt.
  • Aufbauend auf der initialen Forschungsförderung des Freistaats Sachsen wurden in den Folgeprojekten des Bundes (Saxony5, AI4ActiveAge, PiTiPS, AIPer) und der EU (Well Care) bislang Fördermittel i.H.v. € 1.150.000 aus Bundesmitteln und € 400.000 aus EU-Mitteln eingeworben.
  • Aufbau und Festigung interdisziplinärer Zusammenarbeit von Sozial-, Gesundheits- und Ingenieurwissenschaften (z.B. Cobot²).
  • Eingang der Arbeiten in einen neuen Pflegestudiengang, um die Versorgung der Bevölkerung mit spezialisierten Pflegekräften zu verbessern.
  • Aufbau des VATI-Navigators (https://vati-navigator.gat.hszg.de/index) zur Recherche von technischen Hilfsmitteln

Links zu den erwähnten Teilprojekten:
AAL-Labor
Saxony5
AI4ActiveAge
PiTiPS
AIPer
EU Well Care
Cobot2
Studiengang Angewandte Pflegewissenschaften

Kontakt:
Prof. Dr. Andreas Hoff
A.Hoff@hszg.de

 

Modulares Bauen - Ermüdungsverhalten von Betonfertigteil-Trockenfugen

Baustellensituation im Tiefbau mit zwei Kränen, einer Planierraupe und einigen großen Betonferteilen
© HTW Dresden
  • Zuwendungsempfänger: HTW Dresden
  • Laufzeit: 04/2019 - 12/2021
  • Fördersumme: Teilprojekt 120.000 €

 

Übergreifende Zielstellung

Ein vielversprechender Lösungsansatz, um die nächste Generation von (Brücken)-bauwerken langlebiger, effizienter und somit resourcenschonender zu konzipieren, ist die Modularisierung. Im Werk vorgefertigte Module werden auf die Baustelle geliefert und vor Ort durch entsprechende Vorspanntechnologien gefügt. Das bietet neben einer hohen Fertigungsqualität und einem geringeren Material- und Personalaufwand auf der Baustelle vor allem den Vorteil, dass künftige Bauwerke flexibel erweiterbar und rückbaubar sind. Bei dynamisch beanspruchten Bauwerken, wie beispielsweise Brücken, spielt die Werkstoffermüdung eine große Rolle. Das führt bei modularen Bauwerken zu ermüdungsrelevanten Beanspruchungen in den Fugen zwischen den einzelnen Fertigteilen. Da modulares Bauen im Brückenbau ein vergleichsweises junges Forschungsgebiet ist, soll diese Problematik im Projekt untersucht werden.

Wirkung nach Ende des Zuwendungszeitraums

Als Folgeprojekt konnte das Verbundprojekt »PAMB - Pilotanwendung modularer Brückenbau« im Technologietransfer-Programm Leichtbau eingeworben werden. Als regionaler Praxispartner beteiligt sich Hentschke Bau am Projekt Ziel des Projektes: Entwicklung und Realisierung einer Pilotanlage zur Erprobung modularer Brückenüberbauten unter realitätsnahen Bedingungen. Diese Anlage umfasst einen Straßenbrückenprototyp im Maßstab 1:1, vollständig im Werk vorgefertigt, ohne den Einsatz von Ortbeton auf der Baustelle. Die Fertigteile werden über Druckkräfte aus Quervorspannung gefügt, wobei die Querkraftübertragung in den Fugen über die aktivierte Reibung erfolgt. Der Brückenüberbau wurde unter realem Straßenverkehr (einschließl. schwerer LKW) getestet und mittels Echtzeit-Monitoring das Tragverhalten überwacht. Verwertung: Um den Transfer in die Baupraxis zu stärken und noch effizienter praxisnahe Forschungs- und Entwicklungsvorhaben bearbeiten zu können, wurde im Jahr 2022 das Ingenieurbüro sbf ingenieure gegründet. Wesentlicher Bestandteil der Ausgründung ist die Neu- und Weiterentwicklung von Schnellbausystemen im Brückenbau. Weitere Aktivitäten betreffen die Patentierung der Lösung sowie die Aufnahme in bestehende Normen, Regelwerke und Zulassungen. (BMWE; 361.500,-€; 08/2021-07/2023.

Kontakt: 
Prof. Dr.-Ing. Holger Flederer

 

Klimawandelbedingter Anstieg der Konzentration organischer Stoffe im Rohwasser der Trinkwasserversorger in Sachsen (FORZUG III)

Laufender, metallener Wasserhahn mit schwarzer Schale
© heungsoon@pixabay
  • Zuwendungsempfänger: HTW Dresden
  • Laufzeit: 04/2022 - 12/2022
  • Fördersumme: 66.000 €

Übergreifende Zielstellung

Investition: Beschaffung von e::scan-Sonden zur Erfassung des Spektralen Absorptionskoeffizienten SAK-254 zum Einbau in Uferfiltrations-Messprofile in Sachsen

Wirkung nach Ende des Zuwendungszeitraums

  1. Kooperation mit dem Wasserversorgungsunternehmen DREWAG zu Untersuchungen der Wasserbeschaffenheit bei der Uferfiltration und Grundwasseranreicherung im Wasserwerk Dresden-Hosterwitz, weitergehende Studien zu Flockungsverfahren u.a., Aufbau eines Modells der Flusswasseraufbereitung, weitere Versuche sind geplant. Im Zeitraum 2023-2025 Aufträge der DREWAG im Umfang von 45.000 € für strategische Kleinprojekte zur Sicherung der Wasserqualität.
  2. Kompetenzzuwachs auf dem Gebiet der Untersuchung organischer Stoffe und Spurenstoffe trug bei zur Einwerbung von internationalen Forschungsprojekten wie z. B. »Ausbau des deutsch-indischen Kompetenzzentrums Uferfiltration – CCRBF« (BMBF, 2022-2024, 593.000 €) sowie der Ausrichtung der Internationalen Riverbank Filtration Conference in Dresden am 16-18.10.2024.
  3. Die Geräte und Ergebnisse werden in den Lehrveranstaltungen an der HTW Dresden, Weiterbildungsveranstaltungen in Sachsen und im Rahmen der jährlich an der HTWD stattfindenden internationalen Sommerschulen »Managed Aquifer Recharge International Summer School – MARISS« vorgestellt.
  4. Ein Forschungsprojektantrag zur Steuerung von Sickerbecken in Deutschland (Schwerpunkt Dresden-Hosterwitz) unter Einsatz der Sonden wurde 2025 eingereicht beim BMFTR Programm HAW ForschungsPraxis, jedoch abgelehnt.

Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. Thomas Grischek
thomas.grischek@htw-dresden.de

 

iBeat - Interaktive, Begreifbare und Elektronische Akustik für Therapien

Sitzende Person in einem geblümten Kleid, die ein glebes kubisches Gerät auf dem Schoß hält auf das ein Deckel mit einer Vogelfigur aufgesetzt wird.
© Screenshot aus dem verlinkten Erklärvideo
  • Zuwendungsempfänger: HTW Dresden
  • Laufzeit: 04/2023 - 12/2026
  • Fördersumme: Teilprojekt IBeat: 181.500 €

Übergreifende Zielstellung

Ziel des Forschungsprojektes ist, Musiktherapie über Distanz durch die Entwicklung von Tangible User Interfaces (TUI), sogenannten begreifbaren Mensch-Technik-Schnittstellen, zu unterstützen und voranzutreiben. Diese TUI sind das zentrale Element der Interaktion zwischen Klientinnen und Klienten und Therapeutinnen und Therpeuten. Sie erzeugen basierend auf Bewegungen und Interaktionen Klänge und spielen diese haptisch erfahrbar aus. Im aktiven Miteinander sollen hierdurch Klang- und Bewegungswelten erzeugt werden, die als Ausdrucksmedium für Emotionen und Empfindungen dienen.

Wirkung nach Ende des Zuwendungszeitraums

Aufbauend auf den SMWK-Mitteln konnte ein BMBF-Verbundprojekt mit der Charité eingeworben werden. Mit HILDE (Haptische Interfaces für Lebendige Digitale Erfahrungen) möchten wir Videotelefonie und die Kommunikation über Distanz durch Tangible User Interfaces sinnlich erweitern. Der Tastsinn ist der grundlegendste Sinn des Menschen und hat eine hohe Bedeutung für den sozialen Austausch. Durch haptische Stimulation können kognitive wie seelische Fähigkeiten und damit das Wohlbefinden und die Autonomie nachweislich positiv beeinflusst werden. Nutzerinnen und Nutzer von HILDE sollen ihr Gegenüber nicht nur sehen und hören, sondern auch fühlen und begreifen und ihre Hände und den Körper zur Kommunikation einsetzen können. Die in HILDE entstandenen Demonstratoren sollen nach Projektende weiterentwickelt und im Rahmen eines Validierungsvorhabens für die marktwirtschaftliche Verwertung verbessert werden. Ziel des Prozesses ist die Ausgründung einer Start-Ups, dass sich mit der Weiterentwicklung und Vertrieb des erreichten Standes befasst. (BMBFT - Nähe über Distanz; 04/2023 - 06/2026; 646.000 €)

Erklärvideo

Kontakt:
Prof. Dr. Johanna Dauner, Prof. Dr. Georg Freitag

 

Niedrigschwellige Familienbildung von und mit Familien in kritischen Lebenskonstellationen

abstraktes, farbiges Bild von einer Menschengruppe
© geralt@pixabay
  • Zuwendungsempfänger: Evangelische Hochschule Dresden
  • Laufzeit: 04/2022 - 07/2025
  • Fördersumme: 200.000 €

Übergreifende Zielstellung

Das Forschungs- und Praxisentwicklungsprojekt sollte den Zugang und die bedarfs- und bedürfnisangemessene Nutzung von Angeboten der Familienbildung durch die Zielgruppe der Familien in komplexen Problemlagen verbessern. Durchführung in Kooperation mit dem »Forum Familienbildung« der ev. Arbeitsgemeinschaft für Familien und der Arbeiterwohlfahrt.

Wirkung nach Ende des Zuwendungszeitraums

  • Weiterentwicklung der beteiligten Familienbildungseinrichtungen im Sinne der Niedrigschwelligkeit; Einzelergebnisse beteiligter Einrichtungen u.a.: Vermehrte Nutzung der Familienbildung durch Menschen mit Migrationsgeschichte, Öffnung eines Gartens für die Nachbarschaft, Konzeption eines Nachbarschaftscafés, Konzeption offenes Haus »Fabi« als soziokulturelles Zentrum, Bildung sozialräumlicher Kooperationen zur Familienun-terstützung, Entwicklung nutzerfreundlicher Kommunikationsstrategien
  • Entwicklung und Erprobung des »Index Niedrigschwelligkeit« gemeinsam mit den Akteuren und Akteurinnen, Onlinepräsentation des Index mit über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bundesweit und weiteren elf Veranstaltungen
  • Bereitstellung von Projektergebnissen (Projektbericht) und Arbeitsmaterial (Index Niedrigschwelligkeit sowie Kartenset) digital und analog in einem open access Band in der ehs – Schriftenreihe: Abschlussbericht »Niedrigschwellige Familienbildung von und mit Familien in kritischen Lebenskonstellationen« (2022-2025)
  • Veröffentlichungen:
    • Deck, Sophia; Solf, Christiane (2023): Wie macht sich Familienbildung (un-)erreichbar? In: Familienpolitische Informationen, 4, S. 8-13.
    • Solf, Christiane (2024): Niedrigschwelligkeit gemeinsamer Mahlzeiten in der Familienbildung. In: Hirschfeld, U.; Liedke, U.; Winkler, M. (Hg.): Verstehen und Verantwortung in Organisationen und Bildungsprozessen, Beltz, Weinheim, S. 308-319.
  • Präsentation in öffentlicher Ringvorlesung ehs »Aktuelle theoretische, empirische und methodische Diskurse in der Sozialen Arbeit«
  • Anfragen von Landesverbänden der Familienbildung und weiteren Akteur:innen zur Präsentation der Ergebnisse
  • Anfrage für auf dem Vorhaben aufbauender wissenschaftlicher Begleitung eines Modellprojektes zur familienbezogenen Sprachbildung von Kindern
  • Entwicklung eines Fortbildungsformates für Einrichtungen der Familienbildung

Kontakt:
Prof. Dr. Christiane Solf
Christiane.Solf@ehs-dresden.de

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