Landesexzellenzinitiative
Landesexzellenzwettbewerb

Fünf Forschungsprojekte werden im Rahmen der sächsischen Landesexzellenzinitiative gefördert
Im Juni 2007 wurde die sächsische Landesexzellenzinitiave gestartet. Der Freistaat stellt dafür bis zum Jahr 2013 insgesamt rund 160 Millionen Euro aus EFRE-Mitteln (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) und Mitteln des Freistaates Sachsen für die Spitzenforschung bereit. Die Landesexzellenzinititiative knüpft an die Exzellenzinitiative des Bundes an und fördert Projekte in ausgewählten universitären Forschungsbereichen.
Ziel der Landesexzellenzinitiative ist es, aussichtsreiche Forschungscluster zu stärken und so den Abstand zu den in der bundesdeutschen Exzellenzinitiative erfolgreichen Universitäten zu verringern. Dies trägt der Entwicklungsdynamik der sächsischen Universitäten Rechnung und liefert die besten Grundlagen, zukünftig im bundesweiten Wettbewerb um Exzellenz zu bestehen. Die sächsischen Universitäten erhalten einen wichtigen Schub, um die Qualität der Forschung weiter zu erhöhen und zukunftsträchtige Forschungsbereiche weiter auszubauen.
Eine achtköpfige Jury aus namhaften Unternehmern, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern wählte in einem zweistufigen Verfahren die fünf Forschungskomplexe aus – die Entscheidung fiel Ende August 2008. Kriterien für die Entscheidungsfindung waren unter anderem die Verzahnung mehrerer Projekte zu einem Forschungscluster, die Vernetzung mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die absehbar tragfähige wirtschaftliche Verwertung und der angemessene Anteil der relevanten wissenschaftlichen Grundlagenforschung.
Aus acht Vollanträgen wurden folgende Projekte ausgewählt:
- "Energieeffiziente Produkt- und Prozessinnovationen in der Produktionstechnik – eniPROD" (TU Chemnitz),
- "European Centre for Emerging Materials and Processes Dresden (ECEMP)" (TU Dresden)
- "Gemeinsames Zentrum für Strahlenforschung in der Onkologie" (TU Dresden),
- "Funktionales Strukturdesign neuer Hochleistungswerkstoffe durch Atomares Design und Defekt-Engineering" (TU Bergakademie Freiberg),
- "LIFE – Leipzig Interdisciplinary Research Cluster of Genetic Factors, Clinical phenotypes and Environment" (Universität Leipzig).
1. „Energieeffiziente Produkt- und Prozessinnovationen in der Produktionstechnik, eniPROD“ (TU Chemnitz) http://www.eniprod.tu-chemnitz.de/
Mit dem eniPROD richtet die TU Chemnitz ihr Forschungsprofil strategisch auf den Schwerpunkt Energieeffizienz. 75 wissenschaftliche Mitarbeiter, darunter 10 internationale Nachwuchswissenschaftler, werden in 16 ausgewählten Bereichen Grundlagenforschung betreiben. Ziele bis zum Ende der Förderperiode sind zudem die Reduzierung des Energieverbrauchs von Werkzeugmaschinen um 30 % gegenüber heute vergleichbaren Lösungen, Schaffung einer visuellen Kontroll-Plattform zu einer auf Eniergieeffizienz ausgerichteten Produktentwicklung, Entwicklung eines technisch-energetischen Entwurfs- und Bewertungssystems für neue Prozessketten.
2. „European Centre for Emerging Materials and Processes Dresden, ECEMP“ (TU Dresden)
Das ECEMP befasst sich mit der Entwicklung und Herstellung neuartiger Mehrkomponentenwerkstoffe für ressourcenschonende Hochtechnologieanwendungen im Maschinen-, Anlagen- und Fahrzeugbau. Aufbauend auf den in Dresden bereits erfolgreich beforschten Werkstoffklassen Metalle, Kunststoffe und Keramiken werden hier multifunktionale Mehrkomponentenwerkstoffe mit den zugehörigen Technologien für die Bereiche Energie- und Umwelttechnik sowie Leichtbau entwickelt.
3. „Gemeinsames Zentrum für Strahlenforschung in der Onkologie“ (TU Dresden)
Im Zentrum sollen mehr als 100 Wissenschaftler fakultäts- und institutionsübergreifend arbeiten. Es werden neuartige laserbasierte Strahlentherapiegeräte für Protonen- und Ionenstrahlen entwickelt, von denen erhebliche Verbesserungen der Behandlung von Krebs erwartet werden. Die neue Technologie wird in etwa 10 Jahren einsatzfähig sein. In der onkologischen Strahlenforschung verfügt die TU Dresden mit ihren Partnern, dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus und dem Forschungszentrum Dresden-Rossendorf, schon jetzt über eine weltweit anerkannte Kompetenz.
4. „Funktionales Strukturdesign neuer Hochleistungswerkstoffe durch Atomares Design und Defekt-Engineering", ADDE (TU Bergakademie Freiberg)
Ziel ist die Entwicklung moderner Hochleistungswerkstoffe mit hoher Funktionalität und Effizienz für Kommunikation, Mobilität, Energie und Umwelt in enger Zusammenarbeit mit den ansässigen Forschungsinstituten und sächsischen Unternehmen. Es werden vorrangig Investitionen in die Infrastruktur und den wissenschaftlichen Nachwuchs geplant. So sollen vorhandene Kompetenzen gebündelt, interdisziplinäre Kooperationen gestärkt, die TU Bergakademie Freiberg wissenschaftlich profiliert und dieses Thema für Studenten, Doktoranden und junge Wissenschaftler noch attraktiver gemacht werden.
5. „LIFE – Leipzig Interdisciplinary Research Cluster of Genetic Factors, Clinical Phenotypes and Environment“ (Uni Leipzig)
Ziel von LIFE ist es, mit Hilfe modernster biotechnologischer Analytik, Bildgebung und Bioinformatik die molekularen Ursachen bedeutender lebensstil- und umweltassoziierter Volkskrankheiten zu erforschen. Im Zentrum steht die hohe Variabilität der Entstehung und des Verlaufes dieser Erkrankungen, die durch ein kompliziertes Zusammenspiel von Umwelt, Lebensstil und genetischen Faktoren bedingt ist. Im Mittelpunkt stehen Gefäßerkrankungen, Herzinfarkt, Schlaganfall, Stoffwechselstörungen, Kopf-Halstumore, Adipositas, Demenz, Depression, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und Allergien.
Mitglieder der Jury:
1. Herr Dr. Udo Bechtloff, Geschäftsführer KSG Leiterplatten GmbH, Gornsdorf
2. Herr Prof. Dr. Ulrich Blum, Präsident des Institutes für Wirtschaftsforschung, Halle
3. Herr Wolfgang Heinze, Geschäftsführer Sunfilm AG, Großröhrsdorf
4. Herr Prof. Dr. Peter Hennicke, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH
5. Herr Prof. Dr.-Ing. Matthias Kleiner, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft
6. Herr Prof. Dr. Dr. h.c. Günter Stock, Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
7. Frau Prof. Dr. Birgit Kamm, Leiterin des Forschungsinstitutes Biaoktive Polymersysteme, FI biopos e.V., Teltow
8. Herr Prof. Dr. Karl M. Einhäupl, Direktor der Klinik für Neurologie, Charité – Universitätsmedizin, Berlin
Ihr Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Landesexzellenzinitiative
Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst
Abteilungsleiter Forschung
Jörg Geiger
E-Mail: joerg.geiger@smwk.sachsen.de





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